Grundlage einer nachhaltigen und leistungsfähigen Imkerei
Zuchtziele
Zuchtziele beschreiben die gewünschten Eigenschaften, die durch gezielte Auswahl und Vermehrung innerhalb der Bienenzucht gefördert werden sollen. Sie bilden die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Imkerei und dienen dazu, Bienenvölker an heutige Umweltbedingungen und imkerliche Anforderungen anzupassen.
Dabei werden nicht einzelne Merkmale isoliert betrachtet, sondern das Gesamtbild eines Volkes bewertet. Aspekte wie Leistungsfähigkeit, Sanftmut, Gesundheit, Vitalität und Anpassungsfähigkeit stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist es, ausgewogene und stabile Bienenvölker zu entwickeln, die sowohl in der Honigproduktion als auch in ihrer Widerstandsfähigkeit überzeugen.
Leistungsprüfung von Bienenvölkern auf Ständen der Züchter
Besonderheiten der Carnica-Zucht
Die Zucht der Carnica-Biene erfolgt nach klar definierten Richtlinien und anerkannten Prüfverfahren. Ziel ist es, leistungsfähige, sanftmütige und gesunde Bienenvölker zu erhalten und gleichzeitig die rassetypischen Eigenschaften der Carnica langfristig zu sichern.
Für die Weiterzucht werden ausschließlich ausgewählte und geprüfte Völker verwendet. In der Carnica-Zucht dürfen nur gekörte beziehungsweise zuchtzugelassene Völker zur gezielten Vermehrung eingesetzt werden. Die Grundlage dafür bildet eine standardisierte Leistungsprüfung unter einheitlichen Bedingungen.
Bewertet werden insbesondere folgende Merkmale:
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Honigleistung
Bewertet wird die Fähigkeit eines Volkes, Tracht effizient zu nutzen und über die Saison hinweg einen stabil hohen Honigertrag zu erzielen.
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Sanftmut
Erfasst wird das Verhalten der Bienen gegenüber dem Imker, insbesondere die Stechlust und das allgemeine Temperament während der Arbeit am Volk.
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Wabensitz
Beurteilt wird, wie ruhig und geschlossen die Bienen auf den Waben sitzen und wie wenig sie bei der Durchsicht aufbrausen oder von den Waben laufen.
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Schwarmträgheit
Bewertet wird die Neigung eines Volkes zur Schwarmbildung, wobei eine geringe Schwarmtendenz als züchterisch besonders erwünscht gilt.
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Vitalität und Gesundheitsverhalten
Erfasst wird die allgemeine Entwicklungskraft des Volkes sowie seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Umweltbelastungen.
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Winterfestigkeit und Frühjahrsentwicklung
Bewertet wird, wie gut ein Volk die Winterperiode übersteht und wie schnell und stabil es sich im Frühjahr wieder aufbaut.
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Varroatoleranz
Beurteilt wird die Fähigkeit eines Volkes, mit dem Befall durch die Varroamilbe umzugehen und Schäden durch den Parasiten zu begrenzen.
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Körpermerkmale
Bewertet werden rassetypische morphologische Eigenschaften der Bienen, insbesondere Färbung, Behaarung und Körperbau, zur Sicherstellung der Reinzüchtung und Rassezugehörigkeit.
Die Leistungsprüfung erfolgt über einen längeren Zeitraum unter vergleichbaren Bedingungen. Dabei werden die Prüfvölker möglichst einheitlich geführt, um Umwelt- und Standorteinflüsse zu minimieren. Die Königinnen werden eindeutig gekennzeichnet und ihre Abstammung sowie Anpaarung vollständig dokumentiert.
Ein wesentliches Element der Carnica-Zucht ist die objektive Datenerfassung. Die erhobenen Leistungsdaten werden in Zuchtdatenbanken wie „BeeBreed“ ausgewertet, wodurch eine fundierte Zuchtwertschätzung möglich wird. Dadurch können genetische Eigenschaften über mehrere Generationen hinweg beurteilt und gezielt verbessert werden.
Die kontrollierte Anpaarung erfolgt vorzugsweise über anerkannte Belegstellen oder instrumentelle Besamung, um die gewünschten Eigenschaften zuverlässig weiterzugeben und die Rassereinheit der Carnica zu sichern.
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De Bewertung der Carnica basiert auf den Zuchtrichtlinien des D.I.B. Die Bewertungsskala liegt zwischen 1 (gering bis fehlend) und 4 (sehr viel / gut) und differenziert in Abstufungen von 0,5. Die Bewertungskriterien sind weniger umfangreich als bei der Buckfast, können aber durch eigene Bewertungskriterien des bewirtschaftenden Imkers ergänzt werden.
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Die Bewertung der Buckfast Biene basiert auf Bruder Adam und richtet sich nach 13 unterschiedlichen Kriterien. Die Bewertungsskala liegt im Regelfall zwischen 1 (sehr schlecht) und 5 (sehr gut). In sehr seltenen Ausnahmefällen kann für ein einzelnes Kriterium eine 6 als Optimum der jeweiligen Eigenschaft vergeben werden.
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