Zuchtziele

Gemeinsam für starke Bienen und eine zukunftsfähige Imkerei in Schleswig-Holstein & Hamburg

Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V. engagiert sich für Ausbildung, Beratung, Bienengesundheit und eine sichere Zukunft der Imkerei – für Hobby- und Berufsimker gleichermaßen.

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Der Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V. vereint mehr als 2.500 aktive Mitglieder aus Schleswig-Holstein, Hamburg und angrenzenden Regionen. Die Mitglieder profitieren von einem starken Netzwerk, fachkundiger Unterstützung und praxisnahen Bildungsangeboten, die ihnen helfen, eine verantwortungsvolle und nachhaltige Imkerei zu betreiben. 

Grundlage einer nachhaltigen und leistungsfähigen Imkerei

Zuchtziele

Zuchtziele beschreiben die gewünschten Eigenschaften, die durch gezielte Auswahl und Vermehrung innerhalb der Bienenzucht gefördert werden sollen. Sie bilden die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Imkerei und dienen dazu, Bienenvölker an heutige Umweltbedingungen und imkerliche Anforderungen anzupassen.

Dabei werden nicht einzelne Merkmale isoliert betrachtet, sondern das Gesamtbild eines Volkes bewertet. Aspekte wie Leistungsfähigkeit, Sanftmut, Gesundheit, Vitalität und Anpassungsfähigkeit stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist es, ausgewogene und stabile Bienenvölker zu entwickeln, die sowohl in der Honigproduktion als auch in ihrer Widerstandsfähigkeit überzeugen.

Leistungsprüfung von Bienenvölkern auf Ständen der Züchter

Besonderheiten der Carnica-Zucht

Die Zucht der Carnica-Biene erfolgt nach klar definierten Richtlinien und anerkannten Prüfverfahren. Ziel ist es, leistungsfähige, sanftmütige und gesunde Bienenvölker zu erhalten und gleichzeitig die rassetypischen Eigenschaften der Carnica langfristig zu sichern.

Für die Weiterzucht werden ausschließlich ausgewählte und geprüfte Völker verwendet. In der Carnica-Zucht dürfen nur gekörte beziehungsweise zuchtzugelassene Völker zur gezielten Vermehrung eingesetzt werden. Die Grundlage dafür bildet eine standardisierte Leistungsprüfung unter einheitlichen Bedingungen.

Bewertet werden insbesondere folgende Merkmale:

  • Honigleistung
    Bewertet wird die Fähigkeit eines Volkes, Tracht effizient zu nutzen und über die Saison hinweg einen stabil hohen Honigertrag zu erzielen.

  • Sanftmut
    Erfasst wird das Verhalten der Bienen gegenüber dem Imker, insbesondere die Stechlust und das allgemeine Temperament während der Arbeit am Volk.

  • Wabensitz
    Beurteilt wird, wie ruhig und geschlossen die Bienen auf den Waben sitzen und wie wenig sie bei der Durchsicht aufbrausen oder von den Waben laufen.

  • Schwarmträgheit
    Bewertet wird die Neigung eines Volkes zur Schwarmbildung, wobei eine geringe Schwarmtendenz als züchterisch besonders erwünscht gilt.

  • Vitalität und Gesundheitsverhalten
    Erfasst wird die allgemeine Entwicklungskraft des Volkes sowie seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Umweltbelastungen.

  • Winterfestigkeit und Frühjahrsentwicklung
    Bewertet wird, wie gut ein Volk die Winterperiode übersteht und wie schnell und stabil es sich im Frühjahr wieder aufbaut.

  • Varroatoleranz
    Beurteilt wird die Fähigkeit eines Volkes, mit dem Befall durch die Varroamilbe umzugehen und Schäden durch den Parasiten zu begrenzen.

  • Körpermerkmale
    Bewertet werden rassetypische morphologische Eigenschaften der Bienen, insbesondere Färbung, Behaarung und Körperbau, zur Sicherstellung der Reinzüchtung und Rassezugehörigkeit.

Die Leistungsprüfung erfolgt über einen längeren Zeitraum unter vergleichbaren Bedingungen. Dabei werden die Prüfvölker möglichst einheitlich geführt, um Umwelt- und Standorteinflüsse zu minimieren. Die Königinnen werden eindeutig gekennzeichnet und ihre Abstammung sowie Anpaarung vollständig dokumentiert.

Ein wesentliches Element der Carnica-Zucht ist die objektive Datenerfassung. Die erhobenen Leistungsdaten werden in Zuchtdatenbanken wie „BeeBreed“ ausgewertet, wodurch eine fundierte Zuchtwertschätzung möglich wird. Dadurch können genetische Eigenschaften über mehrere Generationen hinweg beurteilt und gezielt verbessert werden.

Die kontrollierte Anpaarung erfolgt vorzugsweise über anerkannte Belegstellen oder instrumentelle Besamung, um die gewünschten Eigenschaften zuverlässig weiterzugeben und die Rassereinheit der Carnica zu sichern.

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